Elsäßer Betonbauteile
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Naturnahes Wohnen im Züricher Stadthaus

 

Betonbauteile vom Keller bis zum Dach

An der BERGSTRASSE im Züricher Stadtteil Hottingen am Zürichberg, im architekturgeschichtsträchtigen Doldertal, setzte der Architekt Felix Oesch neue Maßstäbe, mit dem Einsatz vorfabrizierter Betonbauteile für ein „Stadthaus im Wald“. In direkter Nachbarschaft zum Wohnbau mit Atelier des Architektenpaares Flora und Rudolf Steiger und dem noch heute bewunderten „halb modernen“ Domizil des Max Haefeli das 1925 entstanden ist, konzipierte Felix Oesch ein luxuriöses Doppelhaus mit je rund 300 m2 Wohnfläche auf fünf Ebenen, barrierefrei dank eigenem Lift. Wohnexperimente auf hohem Niveau haben hier Tradition und wer im Winter auf dem steilen Fußweg entlang des Wolfsbaches durchs Tobel bergan schreitet, kann durch das laublose Gehölz manches interessante Bauwerk sehen.
Von der Bergstrasse gesehen erscheint das Doppelhaus als dreigeschossiger, horizontal ausgerichteter Baukörper mit wenigen, präzise angeordneten Öffnungen. Erst im Tobel unten wird einem bewusst, dass die Steilheit des Geländes dazu genutzt wurde, unterhalb des Straßenniveaus auf zwei Geschossen intimere, vom Verkehrslärm gut abgeschirmte Raumeinheiten anzuordnen.
Großzügige, stockwerkshohe Fensterfronten lassen den Blick ungehindert in die zum Greifen nahe Waldkulisse schweifen. Behaglichkeit, kombiniert mit der Freiheit des Raumes und trotzdem ungestört von fremden Einblicken wohnen. Sichtachsen quer durchs Haus und abwechslungsreiche Lichtspiele im Inneren auf transparenten Wänden, dazu eine ausgefeilte Technik - das ist Architektur auf höchstem Niveau. Um diese Ansprüche zu realisieren, wählte Architekt Oesch den Baustoff Beton, den er - lediglich mit einer Hydrophobierung versehen - für sich wirken lässt. Dass dies nur mit werksmäßig exakt vorgefertigten Bauteilen möglich ist, war von vornherein klar. Dabei war ein komplexer Baukörper mit hohen, über mehrere Geschosse reichenden Wänden und anspruchsvollen Durchdringungen herzustellen.

Mit dieser Aufgabenstellung erhielt die Bauunternehmung Batigroup mit Sitz in Zürich das Vertrauen des Architekten und begann im März 2002 mit den Bauarbeiten. Mit dem Betonteilfertigwerk E. Elsäßer in Geisingen fanden Architekt und Bauunternehmung einen kompetenten Partner, der über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Fertigteilen verfügt und seit 1985 bereits in die Schweiz liefert.

Die Produktpalette mit Doppelwandelementen, Systemdecken und Brüstungselementen ist wie geschaffen dafür anspruchsvolle Architektur umzusetzen. Hinzu kam dass Elsäßer die Doppelwandelemente auch in der Syspro-Thermowand-Version mit integrierter Wärmedämmung und einem U-Wert von 0,3 W/(m2 K) bieten konnte. Der Bauablauf verlangte aufgrund der exponierten Lage am Hang von allen Beteiligten exakte Planung und logistische Disziplin. Das Herstellwerk lieferte binnen drei Monaten 1014 m2 Deckenelemente, 1260 m2 Wandelemente sowie Brüstungen, und zwar jeweils «just in time» für jedes Geschoss. Den Vorstellungen des Architekten voll entsprechend, zeigten die Betonoberflächen optisch hervorragende Qualität. In einer Bauzeit von März bis August 2002 wurde das Objekt mit einer Personenzahl von 6 bis 8 Arbeitern auf der Baustelle abgewickelt.
Dieses Stadthaus der Extraklasse beeindruckt durch die gekonnte Kombination der Baustoffe Beton und Glas, und das bei hoch optimiertem Wärmeschutz. Die großflächigen Verglasungen in Schallschutz- bzw. Wärmeschutzausführung halten in der kühlen Jahreszeit die Heizwärme drinnen und bringen im Winter solare Gewinne. Außenliegender Sonnenschutz gewährleistet in Verbindung mit der trägen Speichermasse der massiven Betonbauteile den sommerlichen Wärmeschutz. Das Stadthaus erreicht mir einem Energiebedarf für Heizung und Warmwasser von nur 18 kW/m2 im Jahr sogar deutlich günstigere Werte als nach Niedrigenergiehaus-Standard.
Von außen ist dem Doppelhaus nicht anzusehen, dass sich in der Gebäudemitte die vertikale Trennung zwischen Nord- und Südhaus befindet und damit zwei gleichwertige Häuser geschaffen wurden.
Anstatt identische Grundrisse aneinander zu reihen oder zu spiegeln, hat sich der Architekt darum bemüht beide Hausteile derart in die Gesamtkomposition des Hauses einzubinden, dass jedes seinen eigenen Charakter erhält. So passte er zwar bei beiden Partien den selben Treppentyp mit angelagertem Luftschacht in die nördliche Ecke des Grundrisses ein, die Treppenläufe wurden aber bei der zweiten Hauspartie im Vergleich zur ersten um 90 Grad gedreht - zusammen mit der Lage der Haustüre, die beim nördlichen Hausteil nicht an der Bergstrasse, sondern an der Stirnseite liegt und über einen Steg erreicht wird. Abgesehen vom Erschließungskern wurde jede Etage mit Balkonen, Erkern, Terrassen und Deckenaussparungen individuell gestaltet - es wirkt erfrischend zu sehen, wie groß die Planungsfreiheit bei diesem Gebäude gewesen sein muss. Bei der südlichen Partie konnte die vorteilhafte Orientierung zur Schaffung von offenen Über-Eck-Situationen genutzt werden, während der nördliche Hausteil seine großen Öffnungen fast ausschließlich nach Westen ins Tobel ausrichtet. Diese durch die Lage bedingte unterschiedliche Orientierung ist in fast allen Geschossen wahrnehmbar. Sie schafft andere Lichtverhältnisse und gibt den zwei Wohnungen trotz der Anwendung der selben Materialien einen eigenen Charakter.

Identisch ist die Gliederung in der Vertikalen: Betreten werden die Wohneinheiten auf der Ebene der Küche; ein großzügiges Raumkontinuum bietet Platz fürs Kochen und Essen. Dieses Eingangsgeschoss mit großen Balkonen zum Tobel hin ist mit je zwei Deckendurchbrüchen mit den darunter liegenden Wohnräumen verbunden. Dank dieser Maßnahme werden die bereits «im Tobel» liegenden, mit einem durchlaufenden Balkon versehenen Aufenthaltszonen von mehreren Seiten mit Tageslicht versorgt.
Noch eine Etage tiefer befinden sich je zwei Zimmer, die durch vorgelagerte Betonblenden vor den Blicken neugieriger Spaziergänger geschützt sind. Der hangseitige Teil dieses untersten Geschosses nimmt Lager-, Technik- und Schutzräume auf.
Über der Eingangsebene befindet sich das eigentliche Schlafgeschoss mit je zwei Zimmern, darüber das Dachgeschoss mit einem weiteren Raum samt eigener, kleiner Nasszelle. Über eine großzügige Terrasse lässt sich auf expressiven, die Fassade prägende Betontreppen das Sonnendeck auf dem Dach erklimmen.
Die Treppen sind ein auffälliger Bestandteil der Fassade und exerzieren der Öffentlichkeit die Entwurfs- und Konstruktionsphilosophie des Hauses vor. Mit gezielt platzierten identischen Elementen erzeugt man bei diesem Doppelhaus eine ausgewogene Komposition, die aufgrund der Vermeidung von Symmetrieachsen als Einheit in Erscheinung tritt.
Obwohl das Haus von der Architektur her ein plastisch durchgestalteter Körper im besten Sinne der Klassischen Moderne ist, hat es klar zwei Seiten: Jene, die sich der Strasse und der Stadt zuwendet und jene, die in die Naturlandschaft des Tobels hinausführt. Durch ein «umlaufendes» Design und eine wirklich dreidimensionale Architektur verarbeitet das Gebäude diese Dualität zu einem Wohnerlebnis, das auf kleinem Raum sowohl das ländliche wie auch das städtische Element in wahrer Doldertalmanier in sich aufnimmt.
 
  Energiesparen fängt beim Rohbau an: Das neue Wandsystem ist eine vorgefertigte Konstruktion aus zwei Betonfertigplatten als Innen- und Aussenschale und dem Vergussbeton. Die Schalen sind werkseitig mit Gitterträgern verbunden.
 
Energiesparen fängt beim Rohbau an: Das neue Wandsystem ist eine vorgefertigte Konstruktion aus zwei Betonfertigplatten als Innen- und Aussenschale und dem Vergussbeton. Die Schalen sind werkseitig mit Gitterträgern verbunden.


 
 

 
 

 
 
 
Der Maulwurf